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Adidas lässt Mythos um WM-Trikot aufleben

Mit großer Spannung habe ich heute die Präsentation des neuen Trikots der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft erwartet. Schon Ende Oktober schaltete Adidas unter adidas-teamgeist.de ein Blog online, in dem auf die Präsentation des neuen Trikots hingearbeitet wurde. Dort gab es Anfangs nur ein einziges, ziemlich kurzes Video zu sehen, in dem mit seichter Kamerafahrt eine düstere, leere Umkleidekabine gezeigt wurde. Im Fokus standen weiße Boxen mit Nummern und dem Logo der Nationalmannschaft drauf.

Teamgeist Kampagne (c) Adidas

Dazu war zu lesen:

Der Prolog

Ein Trikot mit einer Geschichte ist viel mehr als nur ein Trikot.

Es ist ein Symbol für Zusammenhalt.
Leidenschaft.
Erwartungen.
Ambitionen.

Jeder Spieler, jedes Team, jeder Fan sollte dies verstehen.
Dieses Bewusstsein wird sie stärker machen.
Doch was, wenn es keine Geschichte gibt? Keine Historie? Keine Identität?

Hier wurde ganz offensichtlich der Grundstein für eine Geschichte aufgebaut, die Episodisch weitergeführt werden soll. Die Stimmung des kurzen Filmes weckte in jedem Fall meine Neugier. Mit der Zeit kamen dann weitere Videos dazu, in denen immer mehr auf die Thematik der Kampagne hingearbeitet wurde. “Jedes Team braucht ein Trikot mit einer Geschichte” – darum geht’s! Den vorläufigen Höhepunkt stellte das Video zum bereits oben genannten Prolog dar:

Mit dem heutigen Tage der Trikot-Enthüllung, wurde von Adidas dann als nächste Stufe ein Graphic Novel Game freigeschaltet. Hier kann jeder die in den Videos aufgebaute Storyline fortführen. Dabei geht es darum, die Identität der Mannschaft und des Trikots zurück zu gewinnen. Zugegeben, das ganze ist mehr Novel als Game, die Herausforderung nicht sonderlich anspruchsvoll. Durch die Interaktivität wird man aber geschickt in die Story involviert und die kinoreifen Videosequenzen tragen ebenfalls zur Unterhaltung bei.

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Was ich besonders bemerkenswert finde, ist die hochemotionale Athmosphäre, die aufgebaut wird. Durch das clever Storytelling und die aufwendige Umsetzung hat man zudem nicht mehr das klassiche Online-Kampagnen-Feeling. Dazu trägt nebem dem ausgefeilten Sin-City Look sicherlich auch das in meinen Augen sehr gute Sounddesign bei – ein Bereich, den ich bei den meisten Online-Games bisher als halbherzig umgesetzt empfunden habe. Besonders möchte ich hier noch die treffende Wahl der Erzählerstimme herausstellen. Laut meiner Recherchen müsste es sich um Dörte Lyssewski handeln, die in “Der Herr der Ringe”  die Galadriel (und somit auch den bekannten Prolog am Anfang des Filmes) gesprochen hat.

Adidas schafft es aus meiner Sicht, die eigene Marke clever in die Story zu integrieren und sich selbst so in Verbindung mit den geschaffenen Emotionen in den Köpfen der Leute zu verankern. Wer wird, wenn der 4. Stern 2010 wirklich kommt, nicht auch an Adidas und die hier begonnene Geschichte zurück denken? Adidas schafft einen Mythos, von dem es selbst ein Teil ist – das ist schlau! Und Obwohl die Marke omnipräsent ist, wirkt das Ganze dennoch nicht wie eine aufdringliche Dauerwerbesendung – im Gegenteil. Wenn man sich auf die Kampagne einlässt, wird man gut unterhalten! Für den User entsteht so ein Nutzwert und nur aus diesem Grund akzeptiert er das Dauerbranding. Natürlich hat es Adidas als eine starke und beliebte Marke da nicht so schwer. Trotzdem will ich behaupten, dass es ähnlich große Firmen gibt, die das oben dargelegte Potential kläglich verschenken.

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Ich bin wirklich sehr gespannt, wie die Kampagne weitergeht. In jedem Fall ist die Geschichte ja noch nicht zu Ende erzählt. Mich würde ausserdem sehr interessieren, ob Euch die Kampagne ebenfalls anspricht und ob ihr vielleicht weitere Beispiele für gute Online-Games bzw. -Kampagnen kennt? Ich freue mich über Eure Kommentare!

Weiterführende Links:

  1. Teamgeist Graphic Novel Game
  2. Adidas Teamgeist Blog
  3. Teamgeist @Twitter
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Die “Welt kompakt” vernetzt Print und Web

© Springer Verlag

Schon seit ein paar Tagen laufe ich in der Kölner U-Bahn immer wieder an der Plakatwerbung für die Zeitung “Welt kompakt” vorbei.
Geworben wird dort mit Headlines wie “Wir googeln die Öffnungszeiten vom Bäcker gegenüber” oder “Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen.” Ich muss sagen ich fühlte mich im ersten Moment ein wenig ertappt, erkannte ich mich in den dargestellten Situationen doch sehr deutlich wieder. Meine innere Reaktion war aber in jedem Fall positiv, weil mich das Geschriebene thematisch ansprach. Allerdings muss ich sagen, dass ich nicht wirklich erkennen konnte, was das mit einer bis auf die Größe recht normal wirkenden Tageszeitung zu tun haben sollte. Auch die suggestive Frage “Sind wir reif für eine neue Zeitschrift?” hatte ich mehrfach allenfalls mit “vielleicht” beantwortet und mich nicht weiter drum gekümmert.

Heute dann, wurde mir in der Kölner Innenstadt eine Ausgabe eben dieser Zeitung “Welt kompakt” in die Hand gedrückt. Es scheint sich um eine überarbeitete Version zu handeln, das Layout hat sich, wenn ich mich nicht täusche, ein wenig verändert. Ich suche also mit der neuen Kampagne im Hinterkopf nach Innovationen. Auf der ersten Seite fällt mir am untere Rand der Hinweis “Welt kompakt bei Facebook”  auf. Unter facebook.com/weltkompakt gibt es “Aktuelles aus dem Newsroom” so verspricht es die Fußzeile. Ansonsten unterscheiden sich die Themen auf den Folgeseiten nicht wirklich von denen der anderen Zeitungen, wenn auch die Tiefe der Artikel nicht mit der einer FAZ o.ä. zu vergleichen ist – dies war und ist aber offensichtlich auch nicht der Anspruch der Welt kompakt.
Beim groben Durchblättern fällt mir auf, dass es wenige Artikel gibt, die mir völlig unrelevant erscheinen. Klassische Füll- oder Ergänzungsartikel weichen also scheinbar dem verringerten Format – finde ich gut! Als nützlich empfinde ich auch die eingesetzten QR-Codes (alternativ gibt’s tiny-URLs zum selber eintippen). Diese Quick Response Codes nutzt die Welt kompakt zwar schon länger – erst jetzt beginnen sie aber aus meine Sicht wirklich Sinn zu machen. Bisher waren nur die wenigsten Mobiltelefone mit den entsprechenden Programmen und der nötigen Internetverbindung ausgestattet, um die verknüpften Zusatzinhalte tatsächlich abzurufen. Dank iPhone und Co. hat sich das aber geändert.

Zum Ende der 32 Seiten werden die Themen zunehmend “jugendlicher”. Auf “Kultur”, mit einem Bericht über die Clubszene von Berlin, folgt “Lifestyle” und nicht zuletzt die Rubrik “Internet”. Hier kann ich für mich selbst am ehesten eine Neuheit ausmachen, so werden neben den Leserbriefen tatsächlich Tweets und Facebook-Einträge gedruckt – teilweise ziemlich unterhaltsam. Ansonsten wartet die heutige Doppelseite mit den Themen Social Media, Entwicklungen der Mobilfunkbranche und einem satirisch anmutenden Artikel über Facebook-Sucht auf. Ich gebe zu – auch hier habe ich mich deutlich wiedererkannt.
Insgesamt sagen mir die neuen Rubriken sehr zu. Vor allem das Internet-Ressort kann bei mir punkten. Man merkt, dass das Web als Chance gesehen wird, nicht als Fluch. Das freut mich als webaffinen Leser und ich wünsche mir fast, diese Rubrik würde noch etwas mehr Raum erhalten. Die Website von Welt-Online hält aber als Entschädigung zahlreiche, weitere Inhalte dieser Art für den Leser bereit.

Der Springer Verlag berichtet in einer Pressemeldung von Ende Oktober über einer “Innovationsoffensive” und einer Schärfung des inhaltlichen Profiles. Ist diese Aussage vielleicht auch etwas übertrieben, so kann ich grundsätzlich doch zustimmen. Die Zeitung richtet sich aus meiner Sicht in seiner aktuellen Fokussierung an eine klar definierte Leserschaft, nämlich moderne, junge Menschen mit ausgeprägter Affinität zu konvergenten Medien. Sie informiert so ausführlich wie eben nötig über relevante Themen des Tages und hilft so, sich innerhalb kürzester Zeit einen Überblick zu verschaffen. Es erscheint mir klug von Springer, nicht zu versuchen sich als “klassische Tageszeitung in klein” zu positionieren, sondern vielmehr eine Nische zu besetzen. Ob dies funktioniert, bleibt abzuwarten.
Mit den neuen Rubriken könnte es aus meiner Sicht gelingen, die Zeitung reinen Internetlesern als Ergänzungsmedium schmackhaft zu machen. Wenn die aktuellen Veränderungen auch keinen Meilenstein bedeutet, so will ich es zumindest als konsequenten Schritt in die richtige Richtung bezeichnen. Neben den inhaltlichen Änderungen erscheint das Vorgehen im Social Web angemessen und die aktuelle Kampagne wählt, im Hinblick auf die Zielgruppe, dir richtigen Worten.

Ich bin sehr gespannt, in welche Richtung es allgemein noch gehen wird mit unserer guten, alten Zeitung! Interessant wird sicherlich auch zu sehen, in wieweit Projekte wie Niiu den klassischen Zeitungsmarkt beeinflußen werden.

Update:

  1. Die federführende Agentur “Dorten” über die Kampagne
  2. Kein Ende, eher Evolution – Zeitungskonzepte mit Zukunft (via medienallerlei blog)
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