Archive for the 'Marketing' Category

66Letters – Bastei Lübbe bereitet Buchveröffentlichung mit einem ARG vor

Ich hatte ja schon in einem meiner ersten Posts in die Thematik des Alternate Reality Games eingeführt.

Der Verlag Bastei Lübbe startet nun ein ARG für einen Buchtitel, der im Mai veröffentlicht werden soll. Herauszufinden um welches Buch es geht sei dabei schon Teil des Spiels, jedoch nicht das zentrale Ziel.
Verhältnismäßig neu ist dabei die Möglichkeit, sich zu registrieren und dadurch von Anfang an dabei zu sein. Obwohl erfahrene ARG-Spieler das Ende des klassischen “Rabbit Holes” beklagen, ist dies aus meiner Sicht eine Möglichkeit, noch mehr Menschen die Chance zu geben, aktiv teilzuhaben. Ausserdem wird die Spannung dadurch erhöhrt, weil die Macher mehr Optionen haben, an die Spieler heranzutreten (natürlich nur, sofern diese das wollen und die entsprechenden Daten bei der Registrierung angegeben haben).

Diese Maßnahme richtet sich ganz klar an eine medienaffine Zielgruppe und bietet dieser die Chance, schon vorab in die Welt des Buches, mit seinen Charakteren und Orten einzutauchen. Dieser Trend deutet sich in der Buchbranche zunehmend an und so gab es in der jüngeren Vergangenheit diverse Maßnahmen, die die Jugendlichen dort “besuchen” wo sie sich mehr und mehr aufhalten, nämlich im Social-Web, bei Twitter, usw. Die Absichten hinter solche Aktionen ist klar: Zum Einen geht es darum, dass die Spieler, die vorab intensiv mit einer Story in berührung gekommen sind, mit Sicherheit äußert gespannt auf das Buch sein werden. Viel wichtiger ist dabei aber noch die multiplikatorische Wirkung, sowie die aufgebaute, medial Präsenz. Zumindest bei mir geht diese Theorie sicher auf, denn ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch gekauft habe, weil ich es im Laden sah und interessant fand. Viel häufiger ist es so, dass ich darüber im Internet (auf welchem Weg auch immer) gelesen habe, bzw. andere darüber berichtet haben. In der Hinsicht gibt es aber sicherlich unterschiedliche “Typen” – ein weiterer Grund dafür, dass eine solche Maßnahme sich derzeit an eine enge, recht klar zu umreißende Zielgruppe richtet. Je mehr sich jedoch das Leben in die “Neuen Medien” (gibt’s die Bezeichnung überhaupt noch?) verlagert, desto größer wird aus meiner Sicht auch die Gruppe derer, die man mit solchen Kampagnen anspricht. In dieser Hinsicht geht Bastei Lübbe mit 66Letters zukunftsgerichtete Wege.

In welche Richtung diese Wege die Spieler führen werden, ist bislang noch unklar. Klar ist hingegen, dass es in Kürze losgeht. Auf der Website haben sich nach und nach Kerzen auf einem Kerzenleuchter entzündet. Ausserdem haben verschiedene Personen Briefe mit einer geheimnisvollen Kassette erhalten. Wer also teilnehmen will, sollte sich schnell anmelden und die Disskussionen in Deutschlands bekanntester ARG-Community (ARG-Reporter) beobachten. Kosten tut das Ganze nicht, ausser vielleicht ein wenig Zeit, wie es beim ARG-Reporter zu lesen ist.

Weiterführende Links:

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Nike Grid – Innovation statt Imagefilm

Schon in vergangenen Zeiten hat Nike mit seinen innovativen Competitions auf sich aufmerksam gemacht. Ich erinnere mich da an die Nike+ Men vs. Women Challenge im letzten Jahr.

Jetzt gibt’s was Neues: Nike Grid, nennt sich die neueste Aktion der kreative Marketingköpfe. Der Ablauf ist wie folgt: London wird anhand eines Rasters in verschiedene (virtuelle) Abschnitte geteilt. Ausserdem werden zahlreiche Telefonzellen innerhalb dieser Bereiche kenntlich gemacht und dienen für den Zeitraum der Challenge als An- und Abmeldepunkt für die eigenen Laufroute. Nach Anmeldung auf der Website erhält man einen eigenen Code, mit dem man anhand der genannten Telefonzellen seine Wegstrecke tracken kann. Je mehr Telefonzellen und je mehr verschieden Bereiche man dabei besucht, desto mehr Punkte gibt es.

Was ich aus Marketingsicht bemerkenswert an diesen Aktionen finde ist, dass Nike durch diese Aktion ganz effektiv gesehen ja keine messbaren Verkaufserfolge erzielt, bei recht hohem finanziellen Aufwand. Klar vielleicht braucht der ein oder andere neue Schuhe, aber das ist ja eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Da würden viele verantwortliche anderer Marken gleich abwinken (“Wir machen das mit den Fähnchen!”). Nike nutzt hier aber die Chance, ein zeitgemäßes Image zu stärken und neuen Medien, Technologien und ungesehenen Ideen fest mit der eigenen Marke zu verbinden und diese Chance hat man, gerade heutzutage, nicht mehr nur mit einem Milliardenbudget.

Es ist für mich ein Fakt, dass man auch im Kleinen solche Wege gehen kann. Noch weiter verallgemeinert geht es dabei um den Versuch, der Zielgruppe ein Erlebnis, eine Herausforderung, eine Geschichte zu bieten. Unternehmen sollten Mehrwert schaffen, der nicht immer mit barem Geld bezahlt werden muss. Bieten sie den Leuten ein Erlebnis ohne gleich die Hand aufzuhalten, präsentieren sie die Mentalität ihres Unternehmens oder ihres Produktes aber auf eine spielerisch, unaufdringliche Weise. Das wird sich schneller in Ihren Verkaufszahlen bemerkbar machen, als Sie denken. Ausserdem werden die Leute ihr Unternehmen lieben:

Und wie kann man nun als Unternehmen innovative Wege gehen? Dazu braucht man ganz klar kreative Köpfe und ein wenig Mut. Zumindest ersteres gibt es aber in dieser weiten Welt mehr als genug und zwar nicht nur in den großen Werbeagenturen. Warum sollten also nicht auch mal kleinere Unternehmen den Schritt wagen und ihre klassiche Unternehmenskommunikation mit ähnlichen Aktionen anreichern. Gerade das Internet bietet viele tolle Möglichkeiten, seine Identität und sein Image zu prägen – und es muss ja nicht immer gleich ein ganzes Alternate Reality Game sein, oder ganz London …

Weiterführende Links:

  1. Nike Grid – Offizielle Website
  2. 24 Stunden lang verwandelt Nike Grid die Straßen Londons in ein riesiges Spielfeld (via ARG-Reporter)
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Vom Spielerlebnis zur intensiven Markenbindung

Da sich Verhalten und Mediengewohnheiten der Menschen in der heutigen Zeit bekanntermaßen immer schneller ändern, suchen Marketingexperten und Werber nach neuen Möglichkeiten, Konsumenten weiterhin zu erreichen und an ihre Marken und Produkte zu binden. Mit einer dieser Möglichkeiten beschäftige ich mich nun schon einige Zeit im Zuge meiner Bachelorarbeit. Thema der Arbeit sind so genannte “Alternate Reality Games”, d.h. interaktive, medienübergreifende Geschichten mit denen Werbebotschaften indirekt und auf unterhaltsamem Wege vermittelt werden. Speziell geht es um die Frage, wie Unternehmen sie als Marketingmaßnahme nutzenbringend einsetzen können. Ich möchte an dieser Stelle einige grundsätzliche Einblicke in die Thematik geben. Es werden weitere Artikel folgen, die sich mit einzelnen Details befassen werden und so das Thema vertiefen.

ARGs sind multimediale, interaktive Erzählungen, bei denen es für die Teilnehmer darum geht, aktiv Hinweise zu finden und Rätsel zu lösen und so die Handlung voran zu treiben. Im Zentrum steht immer eine konkrete Geschichte. Meist zeigt sich eine Problematik, eine brenzlige Situation oder Mysteriöse Vorkommnisse. Der Spieler muss dabei helfen, sie zu lösen und aufzuklären. Eine filmähnliche Dramaturgie mit Exposé, Hauptteil und Auflösung, sorgt für Spannung und dauerhafte Motivation bei den Spielern. Obwohl es der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um Spiele im klassischen Sinne. Es gibt weder ein begrenztes Spielfeld, noch ein Regelwerk oder eine Anleitung. Herauszufinden, was getan werden muss, gehört schon zum ARG selbst dazu.

Für die Unternehmenskommunikation bieten sich interessante Möglichkeiten. Allerdings gibt es bestimmte Regeln, die beachtet werden wollen. Im Vergleich zu klassischer Werbung geben sich Auftraggeber und ausführende Agenturen während des laufenden Spieles nicht zu erkennen. Die Maxime lautet stets „This is not a game“ geprägt vom vor einiger Zeit verstorbenen ARG-Guru, Dave Szulborski. Erst am Ende verknüpfen die Werber die Inhalte und Erlebnisse des Spiels mit den Markenwerten oder einem konkreten Produkt. Im besten Fall verbinden die Konsumenten die Marke so dauerhaft mit den positiven Erlebnissen und Erinnerungen des Spiels.

Meine Arbeit setzt genau an diesem Punk an. Im Zentrum des Interesses steht die Frage, “Wie kann man möglichst viele Menschen dazu bringen, an einem ARG teilzunehmen”. Dies ist aber noch nicht alles. Noch wichtiger ist darüber hinaus, dass am Ende die gewünschte Botschaft in den Köpfen der Leute zurück bleibt. Das Spiel darf folglich keine Erwartungen aufbauen, die es später nicht erfüllen kann. So scheint es auf den ersten Blick eher unglücklich, mit einem spannungsgeladenen Alternate Reality Game den Launch eines neuen Waschmittels vorzubereiten. Das Produkt kann dann einfach nicht nur schwer halten, was das Spiel verspricht. Trotz dieser Einschränkungen, zeigt die Arbeit zahlreiche Möglichkeiten und Ansatzpunkte für Unternehmen aus verschiedenen Branchen auf. Frei nach dem Motto “Sag niemals nie”.

Man muss lediglich den richtigen Ansatzpunkt für das entsprechende Produkt oder die Marke finden und das ARG dann konsequent darauf ausrichten. Anhand dieses Beispiels, enstanden kürzlich erste Alternate Reality Games, die mit dem “Ich bin kein Spiel”-Gedanken brachen und von Anfang an verdeutlichten, dass es um ein konkretes Produkt bzw. eine Marke geht. Als Beispiel dient hier “Dude, Where’s My Butterfinger Bar?”:

Die Literatur sagt, dass dies den Spielspaß verringert, da die Leute so nicht richtig in das Spiel eintauchen können. Ich sage, dass man im Grunde bei jedem ARG im Hinterkopf hat, dass es sich um etwas Fiktives handelt und dass es trotzdem großen riesigen Spaß macht. Ich würde also Alternate Reality Games, die ihre Herkunft offen darlegen, nicht grundsätzlich abschreiben unterhaltend oder immersiv zu sein. Hier müsste ich allerdings schon sehr ins Detail gehen, um meine Thesen zu erläutern. Vielleicht später mehr dazu.

Von Haus aus prädestiniert sind ARGs für den Einsatz in der Unterhaltungsbranche. Sie können zum Beispiel optimal mit den Handlungen von Filmen, Büchern oder Videospielen verknüpft werden und deren Charaktere einführen. Dabei bieten sich sehr Interessante Einsatzmöglichkeiten. Das ARG zum Film The Dark Knight, war eine der größten Promotionaktionen, die es bisher gab. Statt mit klassicher Kommunikation, wie z.B. Filmpostern, Trailern und Flyern, wurde hier eine Art Prolog ausgetragen, an dem die Menschen aktiv teilhaben konnten. Die Athmosphäre, wie sie bei einem solchen Event entstehet, kann kein gedrucktes Medium der Welt herbeiführen. Der Film wurde für die Teilnehmer schon vor dem Kinostart zum Kult, die Teilnehmer selbst zu wichtigen und effektiven Multiplikatoren. So muss es laufen!

ARGs sind in Deutschland noch recht unbekannt. In den USA hingegen haben bereits große Firmen wie Audi oder Microsoft erfolgreich Alternative Reality Games eingesetzt. Meine Arbeit soll dazu ermutigen, ARGs als effektives Promotiontool in Betracht zu ziehen. Ich behaupte, mit viel Fantasie ein bischen Mut kann man ARGs für jedes Produkt und jede Marke sinnvoll und effektiv einsetzen.

Dies war ein erster, nicht den Anspruch der Vollständigkeit erhebender Überblick. Wer weitere Infomationen sucht und tiefer in die Thematik einsteigen möchte, der sollte meinen Blog abonnieren und sich auf den folgenden Seiten umschauen:

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