McDonalds – Grün ist nicht gleich grün

“McDonalds wird grün.” Skandal, Trauer, Wut. Alles war mit dabei, wenn man die zahlreiche Meinungen und Gedanken zu dem Thema verfolgte. Die Einen erwarten einen Imageverlust, weil McDonalds jetzt aussehe wie Starbucks und Subway. Die Anderen befürchten in Zukunft einfach nicht mehr zu den Restaurants zu finden, weil die rote Signalfarbe fehle. Was mir aber vor allem aufgefallen ist, ist die uneindeutige Berichterstattung. Teilweise wird gemeldet, dass die Marke ihr komplettes Erscheinungbild umstelle. Andere Quellen reden nur von der Gestaltung der Restaurants. Letzteres scheint eher der Fall zu sein, wie zumindest Wolfgang Lobeck von Greenpeace in einem Radiointerview preisgibt.

Ich frage mich ganz ehrlich, ob es sich wirklich um ein “Kommunikationsproblem” handeln kann. Ich kann mir das, bei einem Weltunternehmen wie McDonalds, beim besten Willen nicht vorstellen. Zumindest drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier seitens McDonalds bewusst etwas zweideutig kommuniziert wurde. Eine offizielle Pressemitteilung, oder aussagekräftiges, offizielles Bildmaterial sucht man nach wie vor vergebens. Würde man nicht, wenn es um eine Umstellung des gesamten Erscheinungsbild gehe, versuchen, den neuen Look von der ersten Minute an medienübergreifend zu etablieren? Jedenfalls wurde eine riesige Lawine an Nachrichten losgetreten, die es so sicher nicht gegeben hätte, wenn man “nur” von einer sukzessiven Umgestaltung der Restaurants gesprochen hätte.

Nach diesen Spekulationen kommen wir aber mal wieder zu den Tatsachen und eine dieser Tatsachen ist, dass die ersten McDonalds Restaurants ab sofort wie folgt daher kommen:

mcdmunich

Aus Sicht eines Gastes finde ich den Schritt der Umgestaltung zunächst positiv. Es ist die konsequente Fortführung des Weges, den McDonalds vor einigen Jahren mit der Umgestaltung der Restaurants eingeschlagen hat. Vom billigen Plastikinterieur orientierte man sich an wertiger wirkenden Materialien und gedeckteren Faben – die Reaktionen der Kundschaft war sehr positiv. Klar bleibt McDonalds eine Fastfood-Kette und nur durch die Einrichtung wird es nicht zum Nobelrestaurant. Aber ist es verkehrt, wenn der Italiener um die Ecke die weißen Plastik-Tische und -Stühle gegen stilvolle Holzmöbel austauscht um es für seine Gäste etwas netter zu machen? Ich finde nicht und werde mich sicherlich nicht beschweren, meine Burger bald in einer etwas stilvolleren, gedeckteren Umgebung einnehmen zu können.

Was ich persönlich aber befremdlich finde, ist die Begündung, die McDonalds selbst hinter diese Maßnahme stellt. Das öffentliche “Bekenntnis zur Umwelt” wirkt nicht nur scheinheilig sondern auch ziemlich haltlos, wenn man die Maßnahmen, die die Fastfood-Kette wirklich im Sinne der Umwelt durchführt, betrachtet. An den Verpackungskonzepten und der dadurch entstehende übermäßigen Müllproduktion hat sich zum Beispiel seit jeher nichts geändert.

Es ist für mich ein Trugschluss zu glauben, dass die Kunden McDonalds diese Rolle umittelbar und vollständig abkaufen. Dazu muss sich sicherlich mehr ändern, als das Erscheinungsbild. Genau so wich ich, weiß das ganz sicher auch McDonalds und doch könnte dieser Schritt langfristig eine celever Investition in mehr Nachhaltigkeit darstellen. Allerdings erlegt sich McDonalds mit dieser Maßnahme auch gewisse Pflichten auf. Denn wenn die Sache nicht als reiner Marketinggag gewertet werden soll, muss McDonalds nun Konzepte liefern um den “Respekt vor der Umwelt” auch wirklich zu erweisen – und das tut man durch Taten, nicht durch Worte.

3 Personen gefällt das.

2 Kommentare zum Beitrag “McDonalds – Grün ist nicht gleich grün”


  1. Björn

    Dem kann ich mich nur anschließen. Alleine das Erscheinungsbild ändert nichts daran, dass Mc Donalds mehr auf die Umwelt achten will. Da muss schon einiges mehr kommen, um letztendlich die wichtigsten Abnehmer, nämlich die Kunden, zu überzeugen.

  2. rene

    Das hatte ich als ein Thema in meinem Kolloquium. Vonwegen CI, Corevalues etc. Noch lustiger finde ich die Aktion von Pro7. Da habe ich neulich ein Plakat gesehen, wo greenseven stand. Daneben das Pro7-Logo in grün. GreenBrands are growing. g, rené