3 Google Wave Accounts zu verlosen

Als kleines Add-On zum Artikel “Google Wave, die Ablösung der Email?” verlose ich bis zum kommenden Montag insgesamt 3 Google Wave Accounts.
Bei Interesse tragt Euch einfach bis Montag 30.11.2009, 22:00 Uhr mit einer funktionierenden Emailadresse in den Kommentaren ein.

Google Wave Logo

Die Bekanntgabe der Sieger erfolgt an dieser Stelle, sowie per Twitter

Update:
Gewonnen haben Flo, niki und Katrin S to klosa
Die Gewinner wurden ermittelt mit http://www.agitos.de/zufallsgenerator.html

Die Einladungen gehen heute noch raus.
Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß!

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Google Wave, die Ablösung der Email?

Google Wave LogoGoogle Wave, das ist Email wie es wäre, wenn es heutzutage erfunden würde – das sagt Google. Das Projekt ist in einer Beta-Phase, eintreten kann man nur mit persönlicher Einladung. Mit dazu gibt es dann weiter Einladungen, die man wiederum weitergeben kann. Google Wave macht sich also anfangs rar und versucht so, den Hype-Faktor zu erhöhen. Mittlerweile hat sich die Aufregung etwas gelegt und darum will ich einmal meine ersten Eindrücke schildern.

Das Besondere an Google Wave ist im Grunde, dass man keine Mails mehr verschickt, sondern dass eine so genannte Wave an einem zentralen Ort gelagert wird, die Nachrichten aller beteiligten Personen enthält. Das bietet unter anderem den Vorteil, dass nicht bei jeder Antwort eine weitere Kopien aller zuvor erstellen Nachrichten entsteht. Zudem wird die Abfolge chronologisch aufgezeichnet. Langes Suchen nach Ursprungsmails entfällt genau so, wie der obligatorische Streifzug durch den eigenen Postausgangsordner. Die gesendeten Nachrichten werden in der Chronologie wie selbstverständlich mit angezeigt. Dadurch kann man nachträglich sehr leicht weitere Leute mit ins Boot auf’s Surfbrett holen. Wer schonmal eine Abfolge von 20 lose weitergeleiteten Mails erhalten hat und sich darin gezwungenermaßen zurecht finden musste, der wird diese Funktion zu schätzen wissen.

Google Wave arbeitet in Real-Time, d.h. man sieht Buchstabe für Buchstabe was der Andere eingibt. Mein Testpartner Jan und ich, wir fragten uns, ob hier nicht der Nutzen durch die Gefahr überlagert wird,  dass kopierte Inhalte den falschen Empfänger erreichen. Ausserdem ist es teilweise vielleicht gar nicht so schlecht, die Enter-Taste als finales “Go” für eine Nachricht drücken zu müssen. Zumindest ermöglicht dies, das Ein oder Anderen aus dem Affekt Geschriebene nochmal für eine Sekunde überdenken zu können. Im Gegensatz zu klassischen Mails, wo jeder seine Nachricht fertig ausformuliert um dann eine Antwort zu erhalten, kann man dem virtuellen Gegenüber nun regelrecht “ins Wort fallen”. Ob diese Angleichung an die mündliche Kommunikation nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden.

Was schon in den Google Docs genutzt wurde, nämlich dass man gleichzeitig in ein Dokument tippen kann, wird hier weitergeführt. Wenn man sich schnell und unkompliziert etwas zu sagen hat, sollte man dies aber aus meiner Sicht in einen Instant Messenger verlagern. Bei Google Wave entsteht schon bei zwei Leuten ein kleines Chaos (was aus meiner Sicht auch an dem noch etwas sperrigem Design der einzelnen Messages innerhalb einer Wave liegt – Google gelobt jedoch Besserung).

Grundsätzlich schätze ich nach kurzer Testphase das Potential für berufliche Zwecke als sehr groß ein. Wer diesen Service allerdings nur aus Interesse an der Technik nutzt, oder Ihn als privaten Chat in Betracht zieht, wird sehr schnell die Freude daran verlieren. Für echte Mail Korrespondenzen mit Inhalt sehe ich hier aber einen sinnvollen Fortschritt, der für Übersicht und Nachvollziehbarkeit sorgt.

Wichtig ist noch zu wissen, dass Google Wave derzeit nur mit Personen genutzt werden kann, die ebenfalls einen Account haben. Google-Account-Verweigerern (und die soll es ja geben) bleibt der Zutritt zum aktuellen Zeitpunkt verwehrt, da es keine externen Lösungen gibt.

Für mich könnte es zum Entscheidenden Punkt werden, ob die Nutzung von Wave langfristig auf die Google-Webserver beschränkt bleibt, oder ob das Format auch auf anderem Wege etabliert wird. Denkbar und sinnvoll wäre hier eine Möglichkeit, die Wave-Technik auf eigenen Webservern zu implementieren, da gerade größere Firmen sicherlich kein Interesse daran haben, die interne Kommunikation auf die Google-Server zu verlagern. Eine spannende Frage ist für mich auch, in wieweit die Technik  in lokalen Applikation integriert werden wird. Denn auch wenn Google die Stabilität und Nutzer-Freundlichkeit weiter erhöht, so bleibt das Arbeiten im Browserfenster nicht Jedermanns Sache!

Grundsätzlich sollte man, wenn man diesen Service testen will, derzeit noch nicht zu hohe Erwartungen an den Tag legen. Man merkt an allen Ecken und Enden (und daraus macht Google ja auch gar keinen Hehl) dass es sich um ein frühes Beta-Stadium handelt. Man sollte vielmehr versuchen, die grundsätzliche Idee hinter dieser Methode zu verstehen und sich selbst auszumalen, auf welche vielfältige Weise der Service in Zukunft genutzt werden könnte.

Und was ist jetzt mit der guten, alten Email? Wird die bald passé sein, so wie es einige im Web voraussagen?

Ich persönlich glaube nicht, dass das passieren wird. Zumindest nicht, solange das Medium “Wave” komplett an Google gebunden ist. Grundsätzlich sehe ich keine entweder-oder-Frage. Jedes der Formate hat für bestimmte Zwecke seine Vorzüge, somit spricht sicherlich nichts gegen eine erfolgreiche Ko-Existenz.

Bis Dienstag verlose ich insgesamt 3 Einladungen zu Google Wave.
Mehr Infos dazu gibt es unter 3 Google Wave Accounts zu verlosen.

Update:

Sehr nett erklärt “What is Google Wave”

Alle, die es genau wissen wollen, sollten sich das Video der offiziellen Vorstellung ansehen (1:20 Std.)

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McDonalds – Grün ist nicht gleich grün

“McDonalds wird grün.” Skandal, Trauer, Wut. Alles war mit dabei, wenn man die zahlreiche Meinungen und Gedanken zu dem Thema verfolgte. Die Einen erwarten einen Imageverlust, weil McDonalds jetzt aussehe wie Starbucks und Subway. Die Anderen befürchten in Zukunft einfach nicht mehr zu den Restaurants zu finden, weil die rote Signalfarbe fehle. Was mir aber vor allem aufgefallen ist, ist die uneindeutige Berichterstattung. Teilweise wird gemeldet, dass die Marke ihr komplettes Erscheinungbild umstelle. Andere Quellen reden nur von der Gestaltung der Restaurants. Letzteres scheint eher der Fall zu sein, wie zumindest Wolfgang Lobeck von Greenpeace in einem Radiointerview preisgibt.

Ich frage mich ganz ehrlich, ob es sich wirklich um ein “Kommunikationsproblem” handeln kann. Ich kann mir das, bei einem Weltunternehmen wie McDonalds, beim besten Willen nicht vorstellen. Zumindest drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier seitens McDonalds bewusst etwas zweideutig kommuniziert wurde. Eine offizielle Pressemitteilung, oder aussagekräftiges, offizielles Bildmaterial sucht man nach wie vor vergebens. Würde man nicht, wenn es um eine Umstellung des gesamten Erscheinungsbild gehe, versuchen, den neuen Look von der ersten Minute an medienübergreifend zu etablieren? Jedenfalls wurde eine riesige Lawine an Nachrichten losgetreten, die es so sicher nicht gegeben hätte, wenn man “nur” von einer sukzessiven Umgestaltung der Restaurants gesprochen hätte.

Nach diesen Spekulationen kommen wir aber mal wieder zu den Tatsachen und eine dieser Tatsachen ist, dass die ersten McDonalds Restaurants ab sofort wie folgt daher kommen:

mcdmunich

Aus Sicht eines Gastes finde ich den Schritt der Umgestaltung zunächst positiv. Es ist die konsequente Fortführung des Weges, den McDonalds vor einigen Jahren mit der Umgestaltung der Restaurants eingeschlagen hat. Vom billigen Plastikinterieur orientierte man sich an wertiger wirkenden Materialien und gedeckteren Faben – die Reaktionen der Kundschaft war sehr positiv. Klar bleibt McDonalds eine Fastfood-Kette und nur durch die Einrichtung wird es nicht zum Nobelrestaurant. Aber ist es verkehrt, wenn der Italiener um die Ecke die weißen Plastik-Tische und -Stühle gegen stilvolle Holzmöbel austauscht um es für seine Gäste etwas netter zu machen? Ich finde nicht und werde mich sicherlich nicht beschweren, meine Burger bald in einer etwas stilvolleren, gedeckteren Umgebung einnehmen zu können.

Was ich persönlich aber befremdlich finde, ist die Begündung, die McDonalds selbst hinter diese Maßnahme stellt. Das öffentliche “Bekenntnis zur Umwelt” wirkt nicht nur scheinheilig sondern auch ziemlich haltlos, wenn man die Maßnahmen, die die Fastfood-Kette wirklich im Sinne der Umwelt durchführt, betrachtet. An den Verpackungskonzepten und der dadurch entstehende übermäßigen Müllproduktion hat sich zum Beispiel seit jeher nichts geändert.

Es ist für mich ein Trugschluss zu glauben, dass die Kunden McDonalds diese Rolle umittelbar und vollständig abkaufen. Dazu muss sich sicherlich mehr ändern, als das Erscheinungsbild. Genau so wich ich, weiß das ganz sicher auch McDonalds und doch könnte dieser Schritt langfristig eine celever Investition in mehr Nachhaltigkeit darstellen. Allerdings erlegt sich McDonalds mit dieser Maßnahme auch gewisse Pflichten auf. Denn wenn die Sache nicht als reiner Marketinggag gewertet werden soll, muss McDonalds nun Konzepte liefern um den “Respekt vor der Umwelt” auch wirklich zu erweisen – und das tut man durch Taten, nicht durch Worte.

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Vom Spielerlebnis zur intensiven Markenbindung

Da sich Verhalten und Mediengewohnheiten der Menschen in der heutigen Zeit bekanntermaßen immer schneller ändern, suchen Marketingexperten und Werber nach neuen Möglichkeiten, Konsumenten weiterhin zu erreichen und an ihre Marken und Produkte zu binden. Mit einer dieser Möglichkeiten beschäftige ich mich nun schon einige Zeit im Zuge meiner Bachelorarbeit. Thema der Arbeit sind so genannte “Alternate Reality Games”, d.h. interaktive, medienübergreifende Geschichten mit denen Werbebotschaften indirekt und auf unterhaltsamem Wege vermittelt werden. Speziell geht es um die Frage, wie Unternehmen sie als Marketingmaßnahme nutzenbringend einsetzen können. Ich möchte an dieser Stelle einige grundsätzliche Einblicke in die Thematik geben. Es werden weitere Artikel folgen, die sich mit einzelnen Details befassen werden und so das Thema vertiefen.

ARGs sind multimediale, interaktive Erzählungen, bei denen es für die Teilnehmer darum geht, aktiv Hinweise zu finden und Rätsel zu lösen und so die Handlung voran zu treiben. Im Zentrum steht immer eine konkrete Geschichte. Meist zeigt sich eine Problematik, eine brenzlige Situation oder Mysteriöse Vorkommnisse. Der Spieler muss dabei helfen, sie zu lösen und aufzuklären. Eine filmähnliche Dramaturgie mit Exposé, Hauptteil und Auflösung, sorgt für Spannung und dauerhafte Motivation bei den Spielern. Obwohl es der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht um Spiele im klassischen Sinne. Es gibt weder ein begrenztes Spielfeld, noch ein Regelwerk oder eine Anleitung. Herauszufinden, was getan werden muss, gehört schon zum ARG selbst dazu.

Für die Unternehmenskommunikation bieten sich interessante Möglichkeiten. Allerdings gibt es bestimmte Regeln, die beachtet werden wollen. Im Vergleich zu klassischer Werbung geben sich Auftraggeber und ausführende Agenturen während des laufenden Spieles nicht zu erkennen. Die Maxime lautet stets „This is not a game“ geprägt vom vor einiger Zeit verstorbenen ARG-Guru, Dave Szulborski. Erst am Ende verknüpfen die Werber die Inhalte und Erlebnisse des Spiels mit den Markenwerten oder einem konkreten Produkt. Im besten Fall verbinden die Konsumenten die Marke so dauerhaft mit den positiven Erlebnissen und Erinnerungen des Spiels.

Meine Arbeit setzt genau an diesem Punk an. Im Zentrum des Interesses steht die Frage, “Wie kann man möglichst viele Menschen dazu bringen, an einem ARG teilzunehmen”. Dies ist aber noch nicht alles. Noch wichtiger ist darüber hinaus, dass am Ende die gewünschte Botschaft in den Köpfen der Leute zurück bleibt. Das Spiel darf folglich keine Erwartungen aufbauen, die es später nicht erfüllen kann. So scheint es auf den ersten Blick eher unglücklich, mit einem spannungsgeladenen Alternate Reality Game den Launch eines neuen Waschmittels vorzubereiten. Das Produkt kann dann einfach nicht nur schwer halten, was das Spiel verspricht. Trotz dieser Einschränkungen, zeigt die Arbeit zahlreiche Möglichkeiten und Ansatzpunkte für Unternehmen aus verschiedenen Branchen auf. Frei nach dem Motto “Sag niemals nie”.

Man muss lediglich den richtigen Ansatzpunkt für das entsprechende Produkt oder die Marke finden und das ARG dann konsequent darauf ausrichten. Anhand dieses Beispiels, enstanden kürzlich erste Alternate Reality Games, die mit dem “Ich bin kein Spiel”-Gedanken brachen und von Anfang an verdeutlichten, dass es um ein konkretes Produkt bzw. eine Marke geht. Als Beispiel dient hier “Dude, Where’s My Butterfinger Bar?”:

Die Literatur sagt, dass dies den Spielspaß verringert, da die Leute so nicht richtig in das Spiel eintauchen können. Ich sage, dass man im Grunde bei jedem ARG im Hinterkopf hat, dass es sich um etwas Fiktives handelt und dass es trotzdem großen riesigen Spaß macht. Ich würde also Alternate Reality Games, die ihre Herkunft offen darlegen, nicht grundsätzlich abschreiben unterhaltend oder immersiv zu sein. Hier müsste ich allerdings schon sehr ins Detail gehen, um meine Thesen zu erläutern. Vielleicht später mehr dazu.

Von Haus aus prädestiniert sind ARGs für den Einsatz in der Unterhaltungsbranche. Sie können zum Beispiel optimal mit den Handlungen von Filmen, Büchern oder Videospielen verknüpft werden und deren Charaktere einführen. Dabei bieten sich sehr Interessante Einsatzmöglichkeiten. Das ARG zum Film The Dark Knight, war eine der größten Promotionaktionen, die es bisher gab. Statt mit klassicher Kommunikation, wie z.B. Filmpostern, Trailern und Flyern, wurde hier eine Art Prolog ausgetragen, an dem die Menschen aktiv teilhaben konnten. Die Athmosphäre, wie sie bei einem solchen Event entstehet, kann kein gedrucktes Medium der Welt herbeiführen. Der Film wurde für die Teilnehmer schon vor dem Kinostart zum Kult, die Teilnehmer selbst zu wichtigen und effektiven Multiplikatoren. So muss es laufen!

ARGs sind in Deutschland noch recht unbekannt. In den USA hingegen haben bereits große Firmen wie Audi oder Microsoft erfolgreich Alternative Reality Games eingesetzt. Meine Arbeit soll dazu ermutigen, ARGs als effektives Promotiontool in Betracht zu ziehen. Ich behaupte, mit viel Fantasie ein bischen Mut kann man ARGs für jedes Produkt und jede Marke sinnvoll und effektiv einsetzen.

Dies war ein erster, nicht den Anspruch der Vollständigkeit erhebender Überblick. Wer weitere Infomationen sucht und tiefer in die Thematik einsteigen möchte, der sollte meinen Blog abonnieren und sich auf den folgenden Seiten umschauen:

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Sky – Die neue Welt des verschenkten Potenzials?

“Willkommen in der neuen Welt des Entertainments” – mit dieser Aussage launchte ehemals Premiere vor einige Zeit die Neuauflage des Senders namens “Sky”. Dabei investierten die Inhaber nach einer Kapitalerhöhung etwa 100 Mio. in die Kampagne, was Sky zum drittgrößten Werbekunden in Deutschland machte. Im Zentrum des Launches stand ein 89 Sekunden langer Spot, der den Claim “Das Besondere sehen” mit emotionalen Situation verbildlichte. Ich muss sagen, dass mir der Spot und die Idee dahinter gut gefällt. Darüber hinaus muss man sich aber fragen, wo bitte ist die neue Welt des Entertainment geblieben? Ich will hier nicht auf die Qualität des Senders oder des Programmangebotes eingehen. Ich halte die gelieferten Inhalte grundsätzlich  für angemessen und man kann sicherlich nicht erwarten, dass Sky mit durchgängig neuen, ungesehenen Formaten aufwartet. Aber stellt das Gesamtpaket Sky wirklich eine neue Welt des Entertainments dar?

Für mich ist die Antwort ein klares “Nein”! Warum, das will ich im Folgenden  erklären. Beginnen wir mit der Vorfeldkommunikation. Klar, hier liefen die Spots im TV und man kann sagen, dass Sky kurzzeitig in vieler Munde war. Darin ist allerdings kaum eine Meisterleistung zu sehen, wenn man bedenkt, welche Beträge da auf den Tisch gelegt wurden. Aber gut, auf jeden Fall haben die Jungs und Mädels von Heye in der Hinsicht ihre Hausaufgaben gemacht. Schon im nächsten Schritt zeigten sich jedoch große Schwächen. Ging man nämlich auf die Website, geprimed von den hochemotionalen Spots, den Leitsatz “die neue Welt des Entertainments” im Gepäck, wurde man herbe enttäuscht. Eine lustlose und grafisch mehr als fragliche Animation über einem unformatierten Text, der wirkte wie aus dem Businessplan rauskopiert, sollten hier eine neue Welt öffnen? Sicher nicht, wie auch das Designtagebuch treffend feststellte (via designtagebuch.de). Die Pressekonferenz zur offiziellen Vorstellung ging anscheinend in die selbe Richtung (via DWDL.de). Man hatte es sich bis dato also schon mit den wichtigsten Beteiligten, nämlich den Kunden und den Multiplikatoren verscherzt.

Heute, einige Monate später, hat sich an der Situation eigentlich nichts geändert. Die offizielle Website löste die traurige Interims-Lösung ab und macht dabei einen erfreulich soliden Eindruck – mehr aber auch nicht. Des Weiteren hat die Agentur fleißig das Basisprogramm runtergespult (Printstrecken zu Launch- und Bundesliga-Kampagne, weitere TV-Spots, etc). Eine neue Welt oder ein neues Markenverständnis kann ich aber auch dort nicht finden. Abweichungen von einer Durchschnitts-Kommunikation sind für mich, wenn überhaupt nach unten erkennbar, wie der folgende Fund aus meiner Sicht eindrucksvoll erschreckend beweist.

Sky Anzeige

Aus dieser Perspektive ist es mehr als unverständlich, dass eine Marke wie “Premiere”, die einen Bekanntheitswert von knapp 90 Prozent besaß, fallen gelassen wurde. Es mag in manchen Fällen Sinn machen, eine neue Ära mit einem neuen Namen zu stützen, dann sollte diese aber bitte auch erkennbar sein und zwar nicht nur daran, dass die Preise steigen. Es scheint als wäre der Wechsel etwas überhastet angegangen worden, was auch die unausgereiften Maßnahmen während der Launchphase erklären würden. Man scheint bei Sky so überzeugt von sich selbst zu sein, dass man meint, einen Prozess, der sonst meherere Jahre dauert innerhalb weniger Monate vollziehen zu können. Die mitlerweile auf 66 % gestiegenen Bekanntheitswerte mögen den Damen und Herren von Sky zumindest in dieser Hinsicht teilweise recht geben.

Der größte aller Fehler ist aus meiner Sicht jedoch, dass Sky es nicht schafft es nicht versucht, den Leuten um das Programmangebot herum einen echten Mehrwert zu bieten. Wenn man so ein großes Fass aufmacht, wie Sky es tut, dann kann man doch nicht ernsthaft auf rein klassische Kommunikation und eine “normale” Website setzen und dann noch erwarten, dass alle staunend die Bestellzettel ausfüllen. Was andere Unternehmen längst begriffen und lange umgesetzt haben, scheint bei Sky nicht angekommen zu sein. Die Möglichkeiten der neuen Medien werden genau so wenig genutzt, wie die Gewohnheiten und Ansprüche der Zielgruppe beachtet werden.

Ganz ehrlich: “Die neue Welt des Entertainments” als Leitsatz und hinter der Sache noch ein solches Budget – das ist doch der Traum eines jeden Werbers, oder nicht? Was man da alles machen, entwickeln, erfinden könnte. Allein in diesem Moment fallen mir 50 Ideen ein, um den potentiellen Kunden davon zu überzeugen, dass er wirklich etwas Neues geboten bekommt. Das Programm mag noch so gut sein, der Konsument ist mitlerweile verwöhnt mit innovativen, hilfreichen und cleveren Zusatzservices, die nicht nur auf Umsatz abzielen, sondern auf soetwas wie Kundenzufriedenheit, langfristige Bindung, das Gefühl für sein Geld eine angemesse Gegenleistung zu bekommen, etc. Noch wichtiger: Wo bleibt der Spaß? Von Filmen und Serien unterhalten werden kann ich im Zweifel auch im Free-TV. Wo ist die 4. Dimension, die nächste Liga, ja eben “die neue Welt des Entertainments”?

Sky antwortet mit… Print und TV. Und leitet so Runde drei der Kampagnen ein, ohne auf die dunkelroten Zahlen (via sky.de) zu reagieren. Mich verwundert es persönlich nicht, dass der Erfolg ausbleibt. Zumal andere Anbieter ihre Chance wittern und den Druck erhöhen, wie die Preissenkungen bei der Telekom (via techfieber) zeigen. Ich als Sky-Abokunde hoffe natürlich, dass man in München noch die Kurve kriegt. Aus Sicht eines Werbers ist diese uninspirierte Performance jedoch kaum zu verzeihen.

Mein Fazit: Hier wurde kalter Kaffee einfach wieder aufgewärmt. Für einen neuen Becher hat es aber leider nicht gereicht…

Weiterführende Links:
Sky enttäuscht weiter (via designbote.com)

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